Regelwerke für hochwertige Kellernutzung

 

Früher dienten Keller als Pufferzone gegenüber dem Erdreich und als Lagerflächen für Vorräte und Brennstoffe. Mit dem Aufkommen der Zentralheizungen bot sich die Aufstellung des Wärmeerzeugers im Untergeschoss an. In dessen Folge wurde dort auch die Waschküche eingerichtet. Besondere Ansprüche an das Untergeschoss stellte man  in der Regel nicht. Heute geht die Entwicklung eindeutig zu hochwertig genutzten Kellerräumen (Abb. 1). Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern zunehmend auch für Altbauten. Hochwertige Nutzung bedeutet: z.B. Hauswirtschaftsraum, Arbeitszimmer, Gästezimmer, Platz für Fitness, Sauna und Wellness sowie für Hobbys (Abb. 2). Baurechtlich handelt es sich hierbei nicht um Aufenthalträume. Um Streitigkeiten mit lokalen Bauämtern zu vermeiden, sollte man bei Neubauten in den Baueingabeplänen von Hobbyräumen reden. Aufenthaltsräume dagegen dienen dem dauernden Aufenthalt von Menschen. Für sie gelten entsprechend den Landesbauordnungen Regelungen, die weitgehend auch für Aufenthaltsräume im Keller gelten.

 
Abb. 1: Eine Umfrage bestätigt den Trend zur hochwertigen Kellernutzung (Heinze GmbH, 2002)

1. Hochwertig Nutzräume

Nebenräume wie z. B. Hobbyräume u. ä. befinden sich nicht im rechtsfreien Raum. Für alle Räume im Haus gilt eine in allen LBOs enthaltene Generalklausel, z. B.:

LBO Berlin, § 14 Schutz gegen schädliche Einflüsse

„Bauliche Anlagen ....... müssen so angeordnet und beschaffen sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. ......“

 

Feuchte Innenwände, Schimmel u. ä. sind also nicht zu entschuldigen! Das entspricht auch der Erwartungshaltung, die ein Bauherr oder ein Hausbesitzer hat. Wer Geld für einen Keller ausgibt, will ihn auch nutzen.

 

Feuchte Kellerböden oder – wände können zwei Ursachen haben: Feuchtigkeit von außen durch unzureichende Abdichtung oder Tauwasserniederschlag auf kalten Raumseiten der Bauteile – wie auf einem kalten Glas oder Spiegel. Ein funktionierender Schutz gegen Feuchtigkeit von außen und ein wirksamer Tauwasserschutz sind ohne Frage erforderlich.

 
Abb. 2: Ein Untergeschoss bietet viel Platz für Hauswirtschaftsraum, Arbeitszimmer, Gästezimmer, Platz für Fitness, Sauna und Wellness sowie für Hobbys.